Melancholie – Part II

melancholie_p2Melancholie ist der Mantel, der mich einhüllt. Seit Jahren. Seit all den Jahren. Ich kann mich nicht erinnern, wie es ohne sie war. Sie trägt in ihrer nachdenklichen Wärme mein Glück und manchmal meine Traurigkeit.

Morgens ist sie da und wir sind im Gespräch. Manchmal gehen wir auch schweigend durch den Tag. Manchmal klammert sie schon am Morgen und ich brauche ewig, bis ich überhaupt anfangen kann den Tag zu leben. Seit ich das weiß, liege ich nicht mehr lange im Bett morgens. Ich stehe recht schnell auf, wenn ich wach bin. Manchmal bin ich dann noch nicht mal ausgeschlafen. Aber brauchst du es, dass dir schon am Morgen eine Eishand dein Herz zusammenquetscht? Ich nicht.

Das Sitzen an der Bettkante, Fenster öffnen, Kaffee machen und dann auf dem Balkon stehen und die Ruhe, die dabei ist, das sind die Momente meines Morgens. Sie kommt dann schon irgendwann hinterher.

Als ich noch gearbeitet habe, hab ich morgens heiß geduscht. Ganz viel früher auch noch viel geraucht zum Kaffee. Anders ging es nicht. Manchmal bin ich dann in den Sonnenaufgang am Zürisee gefahren mit dem Velo und wusste, heute bin ich schneller. Manchmal auch nicht. Manchmal lag es an der Musik, die ich hörte. Dann bin ich langsamer gefahren. Sie war sowieso schon da.

Heute Morgen stehe ich auf dem Balkon und es ist um 08:00 Uhr noch grau. Es ist nicht mehr dunkel, aber Licht kommt irgendwie auch nicht durch. Es regnet.

Perfektes Wetter, um mit ihr eine Diskussion zu führen.
Sie ist nicht da.
Mucksmäuschenstill.

Mein Kaffee schmeckt hervorragend.
Also kann ich doch auch mit meiner Freude diesen Moment teilen.
Let’s go…

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